Review
Placenta - Brutalis
Released: 09.07.2010
Label: Noizgate Records
Genre: Deathcore
Homepage:
http://www.myspace.com/placentametal
Nicht einmal ein Jahr haben die Berliner Deathcore Newcomer von Placenta gebraucht, um den Nachfolger ihres ersten Albums "Fixed Action Pattern" einzuprügeln. Dennoch ist die EP "Brutalis" keineswegs ein Schnellschuss, Placenta gießen eher weiteres Öl in das, durch das Debüt, entfachte Feuer.
Und äußerst brutal geht es auch auf dem Zweitwerk weiter. Nach einem kurzen Intro namens "Boredom At Its Best", in dem sich die Band mal eben ironisch selbst auf die Schippe nimmt, gibt es mit "Trendcutter", zu dem sogar ein Video abgedreht wurde, das erste Mal richtig auf die Fresse. Auch wenn der Überraschungseffekt des ersten Albums mittlerweile fehlt, schaffen es Placenta, sich durch ihre gut durchstrukturierten, intensiven und aggressiven Songs, und durch ihre technisch auf höchstem Niveau agierenden Musiker von den ganzen anderen Genre-Klonen abzuheben. Hinzu kommt ein glasklarer, trockener Sound, der den Silberling veredelt und die Songs lässig heruntergebolzt erscheinen lässt.
Leider wurde auf "Brutalis" fast vollständig auf Ausflüge in melodische Gefilde oder interessante elektronische Spielereien, wie sie noch auf dem Vorgänger zu hören waren, verzichtet. Nur eine bedrohlich klingende Orgel am Ende des letzten Songs "Optimus Prime" erinnert an derartige Experimente. Hier hätte sich das Quintett ruhig noch etwas mehr trauen können, anstatt auf "Nummer sicher" zu gehen.
Fazit: Placenta zeigen, dass sich über zehn Jahre Banderfahrung absolut bezahlt machen. In durchweg hohem Tempo werden fünf Songs abgerissen, die große Lust auf den nächsten Longplayer machen.
Trackliste:
Score: 4,0 von 5 Gitarren

Schneider